01.04.2020, Tag 13
 Die Kontaktsperre wird bis 19.04.2020 verlängert.
Zu Glück ist das Wetter gut und man bekommt keine trübe Depression.


Dienstag, 31. März 2020, Hochtaunus / Meinung
KO­LUM­NE
Wird wie­der alles gut?
Nach innen schrän­ken wir uns ein, nach außen schot­ten wir uns ab. Muss das alles sein? Und wich­ti­ger: Wie wird es spä­ter?
Von Mi­cha­el Herl
Eigent­lich, das hört man die­ser Tage ge­le­gent­lich, soll ja alles sein Gutes haben. Ich bin mir da nicht so si­cher. Ge­wiss wer­den wir ge­wahr, wie gaga vor­her alles war. Doch ist der Preis für diese Er­kennt­nis nicht zu hoch? Und wie geht es wei­ter? Wird da­nach wirk­lich ei­ni­ges bes­ser sein? Oder wer­den Ent­mensch­li­chungs­ma­schi­nen wie Face­book, In­sta­gram und Twit­ter end­gül­tig ge­won­nen haben? Ist es das Aus des Ein­zel­han­dels zu­guns­ten von Elendspro­fi­teu­ren wie Ama­zon? Wer­den wir nur noch auf Bild­schir­me glot­zen, statt an einem gro­ßen Tisch zu­sam­men­zu­sit­zen? Ist es der To­des­stoß für das Bar­geld? Wer­den wir uns wie­der näher kom­men als zwei Meter? Und – wo­mög­lich einer der wich­tigs­ten Punk­te – wer­den wir mit den an­de­ren eu­ro­päi­schen Staa­ten wie­der zu einer Union zu­sam­men­fin­den, wo wir uns doch schon vor der Pan­de­mie immer mehr von­ein­an­der ent­fern­ten?
„Wir sind in einem par­al­le­len Tanz mit­ein­an­der ver­bun­den“, schreibt die ita­lie­ni­sche Schrift­stel­le­rin Fran­ce­s­ca Me­lan­dri in einem denk­wür­di­gen Essay im ak­tu­el­len Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Der Spie­gel“ über das Ver­hält­nis zwi­schen Deutsch­land und Ita­li­en – und mit­hin zwi­schen allen Staa­ten Eu­ro­pas, wenn nicht der gan­zen Welt.
Sie schil­dert darin die Ver­hält­nis­se in Ita­li­en vor we­ni­gen Wo­chen und mut­ma­ßt, dass sie exakt den jet­zi­gen in Deutsch­land ent­spre­chen. Und sie hat recht. Und was in Ita­li­en dann kam, das ist uns be­kannt. Droht uns also auch ein Ber­ga­mo? Wo­mög­lich. Wir wüss­ten es ge­nau­er, pfleg­ten wir eine enge, ein­ge­spiel­te und somit funk­tio­nie­ren­de Zu­sam­men­ar­beit.
Doch was ge­schieht? Hilfs­lie­fe­run­gen zu un­se­ren engs­ten Freun­den kom­men so zö­ger­lich, dass sogar Rus­sen, Chi­ne­sen und Ku­ba­ner schnel­ler damit bei der Hand sind. Das ist nicht nur pein­lich, das ist ab­scheu­lich.
Man hätte es wie­der­gut­ma­chen kön­nen. Ein paar Mil­li­ar­den mehr für Ita­li­en und Spa­ni­en hät­ten unser in­ner­deut­sches di­ckes Hilfs­pa­ket nicht we­sent­lich di­cker ge­macht,


Dienstag, 31. März 2020, Hochtaunus / Meinung
USA
Trumps Co­ro­na-Krise

Von Karl Do­e­mens
Besser spät als nie. Der US-Prä­si­dent warnt vor dra­ma­ti­schen To­des­zah­len durch die Lun­gen­krank­heit Covid-19. Vor ein paar Tagen hat er das Ge­gen­teil ge­sagt. An­ge­sichts der ra­san­ten Aus­brei­tung der Pan­de­mie wäre es er­mu­ti­gend, wenn der mäch­tigs­te Mann der Welt die Her­aus­for­de­rung ernst nähme.
Lei­der spricht wenig für diese These. Ein In­ter­view, in dem sich Trump mit sei­nen guten Um­fra­ge­zah­len brüs­tet, füh­ren­de de­mo­kra­ti­sche Po­li­ti­ker un­flä­tig be­lei­digt, den Bun­des­staa­ten un­ter­stellt, sie wür­den Be­at­mungs­ge­rä­te ver­ste­cken, nährt Zwei­fel an der men­ta­len Ver­fasst­heit des US-Prä­si­den­ten, der den Kampf gegen Co­ro­na wie eine Rea­li­ty-TV-Show in­sze­niert.
Do­nald Trump ist be­ses­sen – von Ver­schwö­rungs­theo­ri­en, von Zah­len und von sich selbst. Das er­klärt seine wir­ren Re­ak­tio­nen auf die Co­ro­na-Be­dro­hung. Erst woll­te er „die Grip­pe“ als star­ker Mann weg­la­chen, dann er­klär­te er sie zum „chi­ne­si­schen Virus“, das er als pa­trio­ti­scher Kriegs­herr rasch schla­gen werde. In­zwi­schen müs­sen die Lei­chen in New York in Kühl­las­tern ge­sta­pelt wer­den. Also er­höht der Ge­schäfts­mann den Ein­satz: Er warnt vor zwei Mil­lio­nen Toten. Wenn es am Ende „nur“ 100 000 sind, ist er der Held. Doch im Kern geht es dem Prä­si­den­ten nur um einen US-Bür­ger: Do­nald Trump.

Abends gibt der President zu, das es nicht 100 000 Tote geben wird, sondern eher 200 000. Arme USA.
Putin hat ein Flugzeug voll Hilfsmittel gesendet. Trump hat das dankend angenommen.


Die Geissens: Carmen Geiss ist völlig verzweifelt

Verzweifelt und mit Tränen in den Augen wendet sich die Millionärsgattin über Instagram an ihre Fans: „Wir haben Sonntag, das Haar sitzt. Nicht. Oh mein Gott, ich brauche einen Friseur. Scheiße“, jammert Carmen in die Kamera.





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